Vorbildliche pädagogische Bildungsarbeit dringt von Leimen bis nach Stuttgart durch und sorgt sogar für einen Ministerbesuch: Zum Start der„Tage der Kitaverpflegung“ schaute Peter Hauk (CDU) vorbei. Die „Tage der Kitaverpflegung“ finden bundesweit vom 4. bis 8. Mai statt und richten den Fokus auf gesunde, nachhaltige, frische und vielfältige Verpflegung in Kitas. Konsequent gute Arbeit in der frühkindlichen Bildung in den elementaren Bereichen gesundes Essen und Trinken machten Hauk neugierig auf den evangelischen Elisabeth-Ding-Kindergarten. Seit fast genau zehn Jahren ist Hauk Landesminister für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz.
Seit 2011 ist Leimens Vorzeigeeinrichtung für Kinderbetreuung mit dem „Beki“-Zertifikat ausgezeichnet. Die Buchstabenstehen für „Bewusste Kinderernährung“.Die Aktionswoche jetzt steht unter dem Motto „Hochmotiviert in die Kitaverpflegung“. Für das Team des Ding-Kindergartens ist nachhaltige und gesundheitsfördernde Verpflegung bereits seit 15 Jahren gelebte Realität.Der Minister war überpünktlich. Er kam in Begleitung von Bürgermeisterin Claudia Felden (FDP), Pfarrerin Nathalie Frey als Vertreterin der Evangelischen Kirche als Träger, der zuständigen Dezernentin für Ordnung und Gesundheit beim Landratsamt des Rhein-Neckar-Kreises Doreen Kuss,den Mitarbeitenden des „Forum Ernährung“ des Landratsamtes sowie Emilia Ehrhart, zuständig für die Kitaverpflegung beim Landeszentrum für Ernährung. Letztere war auch Ideengeberin für den Ministerbesuch.Kindergartenleiterin Claudia Neininger-Röth und ihr Team leben täglich das Ziel, in der Einrichtung ein genussvolles und ausgewogenes Essverhalten mit einer alltagsnahen Ernährungsbildung zu verknüpfen. Dem Minister erläuterte sie das Leitbild der Einrichtung, die auch viel Wert auf den Schöpfungsgedanken legt.In der „Kost Bar“-Küche des Kindergartens wird täglich frisch gekocht. Und es wird großen Wert auf saisonale und regionale Produkte gelegt. Die Kinderlernen nicht nur in der Theorie, was gesunde Lebensmittel sind, sondern sie pflanzen, pflegen und ernten diese auch in der Praxis in den Beeten oder im Gewächshaus. Vom Tomatensamen bis zum Ketchup oder vom Beet auf den Teller: Hier steht täglich Geschmacksbildung auf dem Plan, genauso wie die Themen gesundes Essen und der achtsame Umgang mit Lebensmitteln.Alles wird in der frühkindlichen Bildung verankert. Hauk war begeistert von allem, was er sah und hörte. Das wichtige Thema„Ernährung und Verpflegung“ könne man nicht einfach „von Stuttgart aus“ in die Kindergärten bringen. Es müsse praxisnah in die Lebenswirklichkeit der Städte und Gemeinden geholt werden. „Was die Kinder hier lernen und erfahren, nehmen sie mit nach Hause und leben es dort in ihren Familien weiter.“ Begeistert blätterte der Minister in dem 2022 zum 25-jährigenBestehen des Kindergartens unter Mitwirkung der Kinder erstellten Bilder-Lese-Kochbuch „Koch-Ding“ und fand die Rezepte „richtig toll!“ Hauk erinnerte sich an seine Kindheit und den Wandel in der Gesellschaft, in der heute in den Küchen verstärkt Fertigprodukte auf den Tisch kämen. Früher habe man hinterm Haus einen Nutzgarten angelegt, um Nahrungsmittel anbauen undmit frischen Zutaten das Mittagessen zubereiten zu können. In Baden-Württemberg seien rund 600 Kitas mit dem „Beki“-Zertifikat ausgezeichnet. „Eigentlich viel zu wenig“, befand Hauk. Allerdings brauche es auch motiviertes Kindergartenpersonal, um mehr Einrichtungen zertifizieren zu können.
Sein Dank ging an das Team des Ding-Kindergartens: „Sie sind hier schon so lange und so engagiert mit Herzblut dabei und machen das, weil es Ihnen um eine bessere Ernährung für unsere Kinder geht.“Die Kinder und ihre musikalische Leiterin Irina Groß empfingen den Minister mit einem „musikalischen Menü“. Der Politiker sang und klatschte mit und erfuhr dabei, dass die Kleinen Spaghetti mit Tomatensoße lieben. „Ich auch“,lachte er. Im Anschluss durfte er mit den Kindern am Lagerfeuer Stockbrotgrillen, Butter schütteln und frisches Brot mit Kräuterquark probieren. Damit er in Stuttgart zugleich an die gute Bildungsarbeit des Kindergartens im Bereich Ernährung und Bewegung durch Schwimmförderung, aber auch an das finanziell klamme Leimen erinnert wird, hatte sich Bürgermeisterin Felden ein Geschenk überlegt, das mit der Haushaltslage der Stadt vereinbar war: Sie überreichte Hauk eine kleine, putzige Badeente vom Bäderpark Leimen.
Erschienen in der RNZ; 05.05.2026, Sabine Geschwill
